Morgen abend Teufelsthriller

Teufelsthriller - letzter Teil der Stretta

Teufelsthriller – letzter Teil der Stretta

Herzliche Einladung an alle Berliner und Durchreisenden zur Aufführung meines Klavier-Solostücks „Teufelsthriller“, morgen um 20:30 Uhr in den Uferhallen im Wedding!

Daniel Seroussi spielt das Stück nun zum dritten Mal, und es wird selbstverständlich noch besser und noch rasender als bisher!

Bei den Proben bin ich auf ein merkwürdiges Phänomen gestoßen: im letzten Teil der Stretta geht es darum, schneller als möglich zu spielen (inspiriert von Schumanns berühmten g-moll-Zwischentiteln „So schnell wie möglich“ – „noch schneller“). Die Figuren aus dem ersten Teil der Stretta kehren ornamentiert und vervielfacht wieder (vgl. Abbildung) – aber ohne dass sie mehr Zeit beanspruchen dürften als vorher! Die Finger müssen geradezu über die Tastatur fliegen, um die rasend schnellen Figuren mitzunehmen. Und dabei bleiben immer wieder einzelne Töne der Ornamente weg, verschwinden, werden verschluckt: denn: es geht ja eben nicht, so schnell zu spielen!

Als wir während der Probe versuchten, diesen Effekt so plausibel wie möglich herzustellen, fragte mich Daniel, ob er extra unsauber spielen solle. Ich hörte es mir an und befand: nein, auf gar keinen Fall!! Er solle ganz im Gegenteil so präzise wie möglich spielen. Denn paradoxerweise muss das Wegbleiben einzelner Töne kalkuliert geschehen – die Illusion, man könne das nicht mehr spielen, muss mittels einer überlegenen Technik bewusst hergestellt werden!! Wie?! Ist also alles Lüge? Alles nur Illusion? Wohl gar Teufelswerk??

Kommen Sie und erfahren Sie die Lösung – hören Sie morgen abend den Teufelsthriller!!

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