Heute ist Nichtmusiktag

Die Melodie zum Tage

Die Melodie zum Tage

Also puh, man ist echt hart damit beschäftigt, die ganzen Gedenk- und Aktionstage einzuhalten, mit denen unser Kalender verziert ist.

Gestern war z.B. der Deutsche Lebertag, und es war echt eine Überwindung, mir so ein Stück reinzustopfen, wo ich doch überhaupt keine Leber mag und als Katholik freitags sowieso kein Fleisch essen darf. Außerdem war Weltkindertag, aber das hab ich gelassen; ich war ich nach der Leber wirklich satt.

Heute hingegen feiern wir den Welt-Hallo-Tag, an dem man zu möglichst vielen Leuten Hallo sagen soll, weils in der Welt ja soviel Krieg gibt und es besser ist, sich stattdessen nett zu grüßen. Außerdem ist heute der No Music Day, weil morgen St. Cäcilia Namenstag hat, die Patronin der Musik, und man es vorher (analog zu Fasching) nochmal richtig krachen lassen soll in punkto Nichtmusikhören. Schließlich, so der Initiator des No Music Day, Bill Drummond, werden wir täglich mit soviel Musik-Müll berieselt, dass es gut sei, für einen Tag die Ohren auszulüften und sich dem ganzen Geblubber zu entziehen. Ein lobenswerter Gedanke – wenn nur nicht ständig diese Leute mit ihrem Hallo-hallo nerven würden!!!

Vollends zur Quadratur des Zirkels gerät die Einhaltung der Tages-Gebote, wenn einem einfällt, dass heute auch noch der Welttag des Fernsehens ist. Was soll man da machen? Sich einen schönen Kriegsfilm mit Hintergrundmusikberieselung ansehen? Genau – und morgen zum Cäcilientag gönn ich mir eine saftige spätromantische Symphonie mit extra viel Ornamentik – und hab kein schlechtes Gewissen dabei, ihr blöden Puritaner!

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