Exclusiv für mozartzuvielenoten-Leser: Der Whoosh-Generator

Ein Mittel, um (wie in meinem letzten Post beschrieben) lokale Improvisationen auf der mittleren formalen Ebene zu verankern, ist der Whoosh. Wie? Genau. Der Whoosh. Den Whoosh kennen alle Mac-User als jenen Klangeffekt, der beim Absenden einer E-Mail abgespielt wird. Er klingt ungefähr so wie eine Rakete, die einem an der Nase vorbeifliegt.

(Vorsicht, laut!)

Charakteristisch für den Whoosh ist seine extreme energetische Teleologie: er breitet sich über den ganzen Tonraum aus, subsumiert alles, was gerade klingt, und spült es zusammengefasst zum nächsten Abschnitt hin. Insofern ist er optimal geeignet, um Improvisationen, die jedesmal anders klingen, in eine komponierte Form zu integrieren.

Weil mir der Whoosh gar so gut gefallen hat und weil man ihn mit ganz verschiedenen Ausgangsklängen erzeugen kann, hab ich meinen mit Max/MSP programmierten Whoosh-Generator jetzt optisch noch etwas aufgemotzt und stelle ihn der geneigten Leserschaft mit besten Empfehlungen als OS-X-Application zur Verfügung!

Whoosh GeneratorSo sieht er aus – die Bedienung sollte selbsterklärend sein. Oben im grünen Feld kann man eigene Soundfiles reinladen (flächige, stehende Klänge funktionieren am besten) – ein Mustersoundfile ist schon integriert.

Im gelben Feld legt man fest, ob der Whoosh von links nach rechts oder von rechts nach links whoosht, wie lange er dauert, wie laut er wird (ich mags ja gerne mit so hohen Werten wie 10, wo er dann in der Mitte übersteuert), und wie steil die Kurve ist. Mit der Kurvensteilheit sollte man einfach solange rumprobieren, bis es gut klingt.

Und dann knipst man im roten Feld das Audio an, zieht den Regler hoch und drückt auf Play. Wenn man den Whoosh mitschneiden will, aktiviert man einfach das rechte Kästchen.

Viel Spaß beim Whooshen!

Download Whoosh Generator für Mac OS X (17 MB)

Ähnliche Beiträge

  • Komponieren mit rohen Eiern29. Oktober 2014 Komponieren mit rohen Eiern Normalerweise bin ich als Komponist ja in der komfortablen Situation, der Diktator zu sein. Die Partitur gehorcht mir - mir und keinem anderen –, ich kann die Töne platzieren und […]
  • Mozart und die Menschenfresser28. Oktober 2014 Mozart und die Menschenfresser Reise-, komponier- und endprobenbedingt war es in den letzten Wochen auf diesem Blog, nunja, etwas ruhiger - jetzt aber geht es wieder mit voller Kraft weiter! Mein neues Stück ist nämlich […]
  • Variable Besetzungen – der Graus der Avantgarde reloaded6. April 2015 Variable Besetzungen – der Graus der Avantgarde reloaded Kompositionen für variable Besetzungen sind wohl so ziemlich das angestaubteste, was die Mottenkiste der Avantgarde zu bieten hat. Die Protagonisten dieser historischen Musizierpraxis […]
  • Was ist Meta-Komposition? (Artikelserie – Teil 1)13. Januar 2019 Was ist Meta-Komposition? (Artikelserie – Teil 1) Was ist Meta-Komposition? Was kann sie? Wofür braucht man sie? Lohnt sich die Anschaffung jetzt?? Und was hat das alles mit dem SCHWELBRAND-Konzert zu tun, das am 14. März 2019 im […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.