Die wichtigsten Fragen zur Zeitumstellung

Heute nacht ist es wieder soweit: die Zeiger beginnen zu rasen, und um 2 ist es plötzlich schon 3! Damit Sie die Zeitumstellung ohne größere Unfälle bewältigen, finden Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Q: Wir sind ein Neue-Musik-Ensemble und möchten heute um 23 Uhr anfangen, Morton Feldmans „For Philip Guston“ aufzuführen. Wie schnell müssen wir spielen, damit wir pünktlich fertig sind?

A: Durch die Zeitumstellung geht Ihnen eine Stunde Spielzeit verloren. Dies entspricht einer Verkürzung auf rund 78% der Originaldauer. Um rechtzeitig fertigzuwerden, müssen Sie daher sämtliche Metronomangaben mit dem Faktor 1,2857 multiplizieren – lassen Sie sich einfach vom Frühling inspirieren, Feldmans Musik wird es Ihnen danken!

Q: Ist es möglich, Conlon Nancarrows „Canon X“ vom 27. März, 2 Uhr bis zum 30. Oktober, 3 Uhr aufzuführen, sodass sich die beiden Stunden ausgleichen und der Kreuzungspunkt der Kanonstimmen exakt mit der Sommersonnenwende zusammenfällt?

A: Nein – da das Player Piano bei einem derart zerdehnten Spiel die Tasten rund 50000 mal langsamer anschlagen würde, würde der Anschlagsmechanismus versagen und man könnte nichts von der Musik hören.

Q: Ich habe einen neuen Zehnminüter komponiert. Wenn ich die Uraufführung heute nacht um 1:55 Uhr beginne, darf ich das Stück dann als Siebzigminüter bei der Gema anmelden?

A: Das ist möglich, allerdings müssen Sie dann Benjamin Franklin, den Erfinder der 60 Minuten Zeitumstellung, als Miturheber nennen – unterm Strich bleibt also alles gleich.

Q: Wie oft kann ich in der zusätzlichen Stunde Cages 4’33 aufführen?

A: Gar nicht – die zusätzliche Stunde gibts erst im Herbst, du Schlaumeier!

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